15. November, 2007...9:39 Uhr nachmittags

Die Bahn steht still

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Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will. Bei der Bahn trifft dieser Aufruf aus den Anfängen der Arbeiterbewegung momentan weitgehend zu.

Fabriken müssen die Arbeit einstellen, weil keine Bauteile mehr kommen, in den Seehäfen kommt es zu Stauungen, die Autobahnen quillen über und die Wirtschaft jammert über 50 Mio oder bald mehrere Hundert Millionen Euros, die der Streik jeden Tag kostet.

Ein neues Angebot legt der Bahnvorstand um Mehdorn dennoch nicht vor. Sie scheinen den Arbeitskampf aussitzen zu wollen, wie einst Margaret Thatcher mit den Dockarbeitern in London. So scheint der Streik der kleinen GDL exemplarisch für die Machtverhältnisse in der Gesellschaft zu stehen: Können Unternehmen alles durchsetzen oder sind Verhandlungen auf Augenhöhe möglich? Können Beschäftigtenvertretungen noch wirklichen Druck ausüben oder müssen sie immer sogenannten Kompromissen zustimmen, die allzu oft weitgehend den Unternehmensforderungen entsprechen?

Demonstranten vor einem ICE

Nicht ganz nebenbei ist die Privatisierung der Bahn ins Stocken geraten. Mehdorn, der sich fast schon an der Börse glaubte, scheint mit seinem Hauptprojekt gescheitert zu sein. Das Bündnis Bahn-für-Alle sieht die Privatisierung deswegen aber noch nicht verhindert. Eher nur aufgeschoben. Für den Fall, dass die Bahn es doch noch an die Börse schafft, müssten sich die Menschen auf Notfahrpläne als Dauereinrichtung einstellen. Die Folgen des Börsengangs könne man im Zuge des Bahnstreiks nämlich hautnah erleben, wie Stefan Dieffenbach-Trommer von Bahn-für-Alle meint. Er sprach heute mit dem Morgenradio bei Radio Dreyeckland.

Hier noch mehr Infos zur Privatisierung der Bahn. Auch mit Aktionsvorschlägen und Möglichkeiten aktiv zu werden:

www.bahn-für-alle.de
oder
www.deinebahn.de

und hier ein nettes kurzes Video: Die Bahn macht privat

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