9. Dezember, 2007...2:38

Percy Schmeiser – Bauer mit Biss

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Es gehört schon eine ganze Menge Unverfrorenheit dazu, eine Straftat zu begehen und dann noch den Nachbar für die eigene Schandtat verantwortlich zu machen. Wenn dann der Täter vom Obersten Gerichtshof eines Landes auch noch Recht zugesprochen bekommt, dann wird es zeit zu handeln.

Der kanadische Bauer P. Schmeisser

Das dachte wohl auch der kanadischen Bauer Percy Schmeiser. Jahnzehntelang baute er seine eigene Rapssorte an und selektierte Jahr für Jahr aus seiner Ernte das Saatgut für das kommende Jahr. Er züchtete, wie Millionen Bauern auf der ganzen Welt, sein dem Standort und Klima angepasstes Saatgut selbst.

Dann kam Monsanto und versprach den Bauern fette Ernte, höhere Erträge und Wohlstand. Das anbrechende Paradies wurde auch stets umgehend gefeiert. Auf den Werbeveranstaltungen des Saatgutmultis gab es gratis Abendessen, Freibier und eine Lederjacke. Am Ende unterzeichneten die meisten Bauern den Vertrag ohne das Kleingedruckte gelesen zu haben. Sie unterschrieben nicht nur, dass sie mindestens drei Jahre lang das patentierte Saatgut kaufen müssen, sie verpflichteten sich auch zur Abnahme der Spritzmittel und verzichteten auf jegliche Rechte, in Zukunft Schadenersatzforderungen gegen Monsanto richten zu dürfen. Schmeiser aber las das Kleingedruckte.

Also bauten die Nachbarn gentechnisch veränderten Raps der Firma Monsanto an, und es kam, was kommen musste. Durch Bienen und Wind verbreitete sich das Erbgut über weite Flächen. Von den Erntewagen herunterfallende Saatkörner fielen in die Straßengräben und wurden auf den angrenzenden Felder geweht, wo sie im Folgejahr aufkeimten.

Eines Tages flatterte ihm ein Brief Monsantos ins Haus. Schmeiser habe auf seinen Feldern Pflanzen stehen, die Monsanto „gehören“, daher müsse er jetzt für seine komplette Ernte Lizenzgebühren zahlen. Außerdem gehöre seine komplette Ernte dem Multi. Was sich komplett verrückt anhört wurde Realiät. Der oberste kanadische Gerichtshof bestätigte die Eigentumsverhältnisse, befreite ihn aber von Schadenersatzzahlungen an Monsanto, da er keinen Nutzen von den Genpflanzen hatte. Die Gerichtskosten von einer viertel Million Euro blieben aber an ihm hängen.
Währenddessen setzte Monsanto die Nachbarn Schmeisers unter Druck. Wer Schmeiser helfe, der setze seine eigene Existenz aufs Spiel.

Da kam Monsanto wieder mit dem Kleingedruckten. Wenn er in Zukunft Monsanto-Saatgut kaufe und die Lizenzgebühren zahle, dann wolle man von weiteren Maßnahmen absehen. Schmeiser hingegen verklagte die Firma nun selbst auf Schadenersatz. Im Folgejahr keimte Monsanto-Raps auf seinen Feldern. Er forderte Monsanto auf, diesen zu entfernen. Nachdem sich der Konzern weigerte, hat er die unerwünschten Pflanzen selbst herausreissen lassen und den „Eigentümern“ die Rechnung zugestellt. Die Sache wird am 23. Januar 2008 verhandelt.

Weitere Informationen unter:
www.rightlivelihoodaward.org

Dass diese Entwicklung auch in Deutschland zugelassen wird, zeigt die aktuelle Wiederzulassung des Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernnährung und Landwirtschaft für den Genmais MON 810 der Firma Monsanto, trotz der vorherrschenden Meinung von über 70% der Bevölkerung in Deutschland die genmanipulierten Pflanzen auf den Feldern nicht genehmigen zu lassen. Dass dies eine weiterre Gefährdung für die Gesundheit der Menschen und eine Zunahme des Artensterbens bedeutet, beweisen mitlerweile viele Gutachten von unabhängigen Einrichtungen und Instituten- weltweit.

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