19. März, 2008...10:48 Uhr vormittags

Monsanto verbrennt sich die Finger

Jump to Comments

PM: Das Landgericht Frankfurt/Oder fällte sein Urteil im Prozess des Monsanto-Anwaltes gegen den Berufsimker und Gentechnikgegner Michael Grolm. Der Konzernanwalt Stiebler aus Düsseldorf hatte sich weit aus dem Fenster gelehnt mit einer hohen Geldforderung gegen den Aktivisten. Die Drohkulisse wirkte nicht, von der 10.000-Euro-Forderung blieb wenig übrig. Michael Grolm kommentierte: “Der Konzern Monsanto ist für sein aggressives Vorgehen gegen Kritiker bekannt. Jetzt hat sich der Gentechnik-Gigant die Finger verbrannt. Ich lasse mich nicht einschüchtern und gehe gestärkt in die nächste Runde. Es ist an der Zeit, Monsantos Genmais in Deutschland und europaweit zu stoppen.”

Der Agraringenieur und Gentechnikgegner hatte im vergangenen Jahr - wie auch schon 2005 und 2006 - angekündigt, in Brandenburg ein Genmaisfeld zu betreten und Genmaispflanzen unschädlich zu machen. Der Imker war als einer der Sprecher der Initiative Gendreck-weg aufgefallen. Monsanto-Anwalt Stiebler erwirkte im Juli eine einstweilige Verfügung gegen Grolm. Sollte er trotzdem einige Maisfelder rund um das damals geplante Camp auch nur betreten, drohte ihm ein Ordnungsgeld in Höhe von 250 000 Euro oder sechs Monate Gefängnis.

Michael Grolm ließ sich nicht einschüchtern und betrat das Maisfeld gemeinsam mit anderen Feldbefreierinnen und Feldbefreiern. Er beteiligte sich tatkräftig an der Aktion, in deren Rahmen über 5 Hektar Genmais unschädlich gemacht werden konnten.

Im Januar forderte Monsanto eine Verurteilung Grolms zu “wenigstens 10.000 Euro”. Das Landgericht folgte dem Antrag des Konzernanwaltes nicht. Es legte fest, dass der Gentechnikgegner 1.000 Euro zu zahlen habe. Damit wies das Gericht neun Zehntel der Forderung des Klägers zurück. Neun Zehntel der Gerichtskosten hat der Kläger zu zahlen, Michael Grolm lediglich ein Zehntel. Nach dem Urteil ist zu erwarten, dass beide Seiten in die nächste Instanz gehen.
Grolm: “Ich beabsichtige nicht, die 1000 Euro zu zahlen. Ich habe auch nicht zu einem Zehntel Unrecht. Der Genmais gefährdet unser aller Zukunft. Monsanto gehört für seine Produkte auf die Anklagebank. Ich bin bereit, für meine Überzeugung und gegen den Genmais auch ins Gefängnis zu gehen!”

3 Kommentare

Eine Antwort hinterlassen