4. April, 2008...8:02 Uhr nachmittags
Feldbesetzung bei Esslingen
PM: Um die Aussaat von gentechnisch veränderten Mais zu verhindern, besetzten ca. 20 Gentechnik-Kritiker und -kritikerinnen in der Nacht auf den 4. April ein Feld in Oberboihingen, im Kreis Esslingen. Die Aktivisten haben hierzu einen 10 Meter hohen Turm auf dem Acker errichtet, den 2 Menschen in luftiger Höhe besetzt halten.

Bild: pictures.hboeck.de
Auf dem Feld in Oberboihingen sollen Freilandversuche mit gentechnisch verändertem Mais der Firma Monsanto Agrar Deutschland GmbH durchgeführt werden, bestellt von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen.
Die Genfeldbesetzer haben unterschiedliche Motivationen, diese Aktion durchzuführen. So wollen einige damit auf die unabschätzbaren Risiken der Gentechnik aufmerksam machen.
“Durch die Auskreuzung von Pollen gentechnisch veränderter Organismen wird eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Zukunft verhindert” sagt eine der Aktivistinnen.
Des Weiteren kritisiert sie, dass jener Freilandversuch nicht dem Umweltschutz diene, sondern lediglich aus Interesse an Profit und Kontrolle vorangetrieben werde. “So machen Gentechnik-Konzerne wie Monsanto Bäuerinnen und Bauern auf der ganzen Welt mit Patenten auf Saatgut und Pflanzen systematisch abhängig.”
Die Gentechnikgegnerinnen und -gegner haben sich auf eine längere Besetzung vorbereitet, denn sie wollen den Acker erst verlassen, wenn der Freisetzungsversuch verhindert wurde.
Sie laden ein zu mehreren Diskussionsveranstaltungen mit Referenten aus Brasilien und Deutschland, zu einem Konzert sowie zur gentechnikfreien “Volksküche”.
Radio Wüste Welle führte ein Interview mit Klaus Böhringer von der Initiative “Gentechnikfreies Europa”, der vor Ort die Aktion unterstützt.
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