25. Mai, 2008...7:55

Baustelle für neues Kraftwerk besetzt

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PM: Am Rande der heutigen Demonstration gegen den geplanten Bau von Block 9 des Großkraftwerks annheim (GKM) sind soeben 70 Aktivisten auf das Kraftwerksgelände vorgedrungen. Die mit Eisbär-Kostümen verkleideten Klimaschützer entrollten dort ein Transparent mit der Aufschrift: „Eure Kohle killt das Klima! Block 9 verhindern! RWE und EnBW entmachten!“

„Es ist unverantwortlich, einen großen neuen Kohlekraftwerksblock zu bauen“, erklärt Rebecca Kleinheitz, eine der Aktivistinnen. „Die CO2-Emissionen der Drecksschleuder zerstört nicht nur die Lebensgrundlagen der Eisbären. Auch Millionen Menschen haben unter den verheerenden Folgen des Klimawandels zu leiden.“

Gegen die über 20 geplanten, neuen Kohlekraftwerke regt sich überall im Land Protest. Rebecca Kleinheitz: „Klimaschutz wird zur Überlebensfrage. Die Rechte von Mensch und Natur müssen mehr zählen als Konzerninteressen. Weil EnBW und Co dies nicht kümmert, werden wir zukünftig auch mit
gewaltfreien Aktionen wie Bauplatzbesetzung und Kohlezugblockaden Druck machen. Wir werden die Klimakiller nicht ungestört lassen.“

Die Protestierenden sind überzeugt, dass es für eine ökologische Energieversorgung nicht ausreicht, die geplanten Kohlekraftwerke zu verhindern. Kleinheitz fordert: „Die großen Stromkonzerne müssen enteignet und in demokratische Kontrolle überführt werden. Solange die Konzerne ihre Profite mit klimafeindlichen Großkraftwerken machen, wird es keine dezentrale Stromversorgung auf Grundlage Erneuerbarer Energien geben.“ Das GKM ist inzwischen schon zu 72 Prozent in der Hand der Energieriesen RWE und EnBW.

„Wir kommen wieder”, kündigten die Aktivistinnen und Aktivisten für den Fall an, dass mit dem Bau von Block 9 nichtsdestotrotz begonnen werden sollte.

Auch an anderen Orten protestierten in den vergangenen Monaten AktivistInnen gegen den Bau neuer Großkraftwerke. Durch den Widerstand der Bevölkerung konnte in Bremen und Bielefeld der Bau von zwei Kohlekraftwerken verhindert werden. In Ensdorf sprachen sich im November letzten Jahres in einer Bürgerbefragung 70 Prozent der Teilnehmer gegen ein Kohlekraftwerk in ihrer Umgebung aus, und verhinderten so ein weiteres Kraftwerk in Deutschland.

In Hamburg kämpfen Umweltaktivisten und Anwohner schon seit langem gegen den Bau des Kohlekraftwerkes Moorburg. Wenn das Kraftwerk gebaut wird, wird es so viel CO2 ausstoßen wie der gesamte Staat Bolivien. Der Energiekonzern Vattenfall möchte den Bau aber mit allen Mitteln durchsetzen. Die Partei der Grünen setzt sich gegen das Kraftwerk ein. Im Koalitionsvertrag, den die Grünen mit der CDU abgeschlossen haben, wird das Thema Moorburg jedoch nur ansatzweise besprochen. Viele Umweltschützer sind enttäuscht, dass die grüne Partei in diesem Fall ihre Forderung nicht radikaler durchsetzt und sich auf Kompromisse einlässt. Warum Greenpeace gegen den Bau des Kohlekraftwerkes ist, hat Radio Lohra den Klimaexperte Karsten Smid gefragt:

Interview

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