10. August, 2008...8:37

EON-Kraftwerk blockiert – Klima-Camp in Englang voller Erfolg

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PM: Nachdem am vergangenen Samstag 1500 Klimacamper das Eon-Kraftwerk in Kingsnorth zu Wasser und zu Lande belagert hatten und 26 Aktivisten auf das Werksgelände vordringen konnten, ziehen die Veranstalter des dritten Klimacamps in England eine positive Bilanz der Aktion und des Camps:

Regierungen und Unternehmen sind nicht in der Lage, mit dem Problem Klimawandel umzugehen. Deswegen müssen wir das Problem selbst in die Hand nehmen“, sagte Kevin Smith, einer der Organisatoren der Aktion. „Mit der Blockade des Kraftwerks haben wir gezeigt, dass wir bereit sind, die Klimaverbrecher zu stoppen. Für uns war die Aktion der Auftakt, um den geplanten Bau eines zusätzlichen Kohlekraftwerks von Eon in Kingsnorth zu verhindern.“

Der deutsche Energiekonzern Eon plant neben dem bereits existierenden Kraftwerk in der Grafschaft Kent nahe London in den nächsten Jahren zwei weitere 800 Megawattblöcke. Das wäre der erste Neubau eines
Kohlekraftwerks in England seit 30 Jahren.

Scharf kritisiert wurde von den Veranstaltern des inzwischen dritten Klimacamps das Verhalten der Polizei. „Die Repression durch die Polizei hat im Vergleich zu den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Das Verhältnis von DemonstrantInnen und PolizistInnen war 1 zu 1. Und es gab völlig überzogene Kontrollen. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, wurde beschlagnahmt. Insbesondere Fahrradschlösser und Filzstifte“, kritisiert Isa Fremeaux von der Camporganisation.

Insgesamt aber war das Camp ein voller Erfolg. „Neben den Aktionen spielten auch politische Bildung und ökologisches Leben eine große Rolle. 2000 Leute lebten hier über eine Woche zusammen, ohne auch nur eine Wattsekunde Strom vom Netz zu nehmen: All unseren notwendigen Strom haben wir hier auf dem Camp aus erneuerbaren Energien gewonnen – mit Solarpanelen und Windrädern“, erklärt Isa Fremeaux. „Nachdem das Klimacamp in Australien im Juli und bei uns Anfang August ein voller Erfolg war, geben wir den Staffelstab an das Klimacamp in Hamburg weiter.“

Dazu ergänzt Tadzio Müller von der Vorbereitungsgruppe des Klimacamps in Hamburg: „Wir versuchen eine internationale Klimacamp-Bewegung aufzubauen. Deshalb ist für uns die Vernetzung sehr wichtig. Viele von uns sind hier aufgrund der Erfahrungen, die wir in der globalisierungskritischen Bewegung gemacht haben. Dort haben wir gelernt, dass wir zwar lokal handeln, aber immer global denken müssen.“

Neben weiteren Camps in den USA, Neuseeland und in Kanada findet das erste Klimacamp in Deutschland vom 15. bis zum 24. August in Hamburg statt, zeitlich und räumlich parallel zum antirassistischen Camp. Ziel des Camps ist es u.a. auf die Folgen der agroindustriellen Landwirtschaft für den Klimawandel aufmerksam zu machen. Es wird Proteste gegen die größte europäische Agrodieselfabrik, die von ADM
betrieben wird, geben und wir wollen den umstrittenen Bau eines Kohlekraftwerks von Vattenfall in Moorburg zu stoppen.

„Uns ist klar, dass wir nicht nur gegen die neue Kohlestrategie der Regierungen und Energiekonzerne vorgehen müssen, sondern wir müssen das ganze Klimathema anders bearbeiten“, meint Tadzio Müller. “Es geht nicht nur um CO2-Emissionen, sondern um eine grundsätzliche Infragestellung von Wachstumswahn und Profitstreben.“

Mehr Infos:
Britisches Klimacamp
Klimacamp in Hamburg
Klima-Aktionscamp in Australien
Antirassistisches Camp in Hamburg

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